Am 12.Mai um 5:00 morgens in Hamburg stehen Pah und ich am
Busbahnhof. Mein fertig gepackter, 8 Kilo schwerer orangener Rucksack ist
bereits im Gepäckraum verschwunden jetzt ruft der Busfahrer zum Einsteigen. Ich
suche mir schweren Herzens einen Platz und werfe einen letzten traurigen Blick
zurück. Und dann geht die Reise los. 35 Tage pilgern auf dem spanischen
Jakobsweg, von Burgos nach Santiago de Compostela, 500km zu Fuß.
Als wir Hamburg verlassen denke ich nur:
„Mensch Annelie, was hast du dir da nur wieder ausgedacht??“
Als wir Hamburg verlassen denke ich nur:
„Mensch Annelie, was hast du dir da nur wieder ausgedacht??“
35 Stunden ermüdende Busfahrt später erreichen wir Burgos
und stolpern mit steifen Knochen aus dem Busbahnhof in einen grade beginnenden
Morgen hinein. Mit „wir“ meine ich den Lukas aus Osnabrück und mich. Wir haben
uns im Bus kennengelernt und gemerkt, dass wir beide von Burgos aus den Camino
starten wollen. Da haben wir beschlossen die erste Zeit gemeinsam zu laufen,
denn Lukas sagt: „Ich war vor 3 Jahren schon mal auf dem Weg unterwegs und
weiß, wie schwer es ist gleichaltrige zu finden mit denen man auch noch gut
auskommt. Da lass ich dich doch nicht so einfach weglaufen!“
An diesem Morgen gönnen wir uns als erstes ein zünftiges spanisches Frühstück in einer gemütlichen Bar. Es gibt Tortilla ( Omlett mit Kartoffeln) und einen Cafe con leche (Milchkaffee). Lukas ist wie ein Geschenk des Himmels: Witzig, lebensfroh und vor allem kennt er sich aus und zeigt mir alles. Er kann sogar etwas Spanisch, was ich gar nicht von mir behaupten kann. So lerne ich schnell die wichtigsten spanischen Worte für Pilger:
Hola, buen camino! – Hallo, einen guten und gesegneten Weg!
Agua - Wasser
Serveza – Bier
Am Abend sitzen wir bei einem Serveza in einer Bar, als plötzlich ein riesiges Geschrei ausbricht. Scheinbar sitzen wir mitten in einer handfesten Auseinandersetzung, ein paar Gäste und Leute, die offensichtlich zur Bar gehören, schreien sich auf Spanisch an und hindern eine Frau daran, die Bar zu verlassen. Vielleicht hat sie nicht bezahlt? Den Inhalt des Streits verstehen wir beide nicht, nur „Policia! Policia!“ Es wird uns unbehaglich und Lukas sagt: „Lass schnell unser Bier austrinken. Typisch Spanier mit ihrem Temprament.”
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